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Bericht über das Oktoberfest in München

Das Münchener Oktoberfest, mundartlich auch "Wies'n" genannt, ist mittlerweile das weltweit größte Volksfest seiner Art. Es findet regelmäßig für zwei Wochen im Herbst statt und generiert während dieser Zeit einen Umsatz von rund eine Milliarde Euro. In den Festzelten der Münchener Traditionsbrauereien werden dann etwa 6 Millionen Maß Bier getrunken sowie bis zu 500.000 Brathähnchen und circa 200.000 Paar Schweinswürste verzehrt. Die Hofbräu-Festhalle mit ihren 10.000 Sitzplätzen gehört zu den größten Zelten auf der Theresienwiese. In der 200-jährigen Geschichte des Oktoberfestes fiel es legendlich nur 24 Mal wegen Kriege oder Epidemien aus. Trotz der großen Internationalität kommen nach wie vor die meisten Besucher aus München und dessen Umgebung.

Entstehungsgeschichte

Obwohl der bayrischen Hauptstadt München seit 1819 die organisatorische Ausrichtung obliegt, so liegen die eigentlichen historischen Wurzeln dieses Volksfestes im Jahr 1810. In jenem Jahr wurde anlässlich und zu Ehren der Hochzeit des bayrischen Kronprinzenpaares, ein Pferderennen veranstaltet, welches die Münchener Bürgerwehr am 17. Oktober 1810 ausrichtete. Gerade vier Jahre zuvor war Bayern zum Königreich erhoben worden. Weite Teile von Schwaben und Franken waren dem neuen Königreich zugeschlagen worden, was zur einer erheblichen Erweiterung des bayrischen Territoriums führte. Verständlicherweise war in diesen neubayrischen Gebieten die Loyalität zum Wittelsbacher Königshaus nicht gerade sehr ausgeprägt. Aus diesem Grund sah man in der Ausrichtung des Oktoberfestes auch ein gutes Instrumentarium, um die Einheit Bayerns dynastisch zu festigen und landesweit zu fördern. Der anschließende Erfolg sowie die dadurch ausgelöste nationale Euphorie, machten dieses Fest auch zu einem bayrischen Nationalfest. Bereits wenige Tage nach dem Pferderennen wurde der Antrag vom Major der Münchener Bürgerwehr gestellt, das Fest im kommenden Jahr wiederholen zu dürfen. Die Wiederholung wurde vom König Max I. Joseph schließlich genehmigt und seit her wird dieses Fest jährlich fortgesetzt. Der Veranstaltungsort erhielt zu Ehren der Kronprinzessin Therese den Namen "Theresens-Wiese", welcher wegen des langen Namens von den Münchenern zu "Wies'n" verkürzt wurde. Diese Bezeichnung ist auch seit den 1890er Jahren schriftlich nachweisbar.



Bis zum Ende der bayrischen Monarchie im Jahr 1918 fand die Veranstaltung unter der Beteiligung des bayrischen Königshauses statt. Zuletzt geschah dies im Jahr 1913. Während des Ersten Weltkrieges fielen die Oktoberfeste aus. Nach dem Kriegsende, zwischen dem Zeitraum von 1919 bis 1920, wurden nur kleinere Herbstfeste abgehalten. Ein wirkliches großes Oktoberfest wurde erst wieder 1921 ausgerichtet. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich das Volksfest auch zunehmend zu einem für die Wirtschaft und Fremdenverkehr der bürgerlichen Großstadt bedeutenden Ereignis. Nach dem Ende der Monarchie wurde die Ausrichtung nun stärker auf die Münchener Metropole zugeschnitten. Die Leerflächen, die durch den Wegfall des Königszeltes entstanden, machten 1930 eine Neugestaltung des Festplatzes möglich. Das neu gewonnene Areal wurde so anteilig zwischen den Wirtsbudenbesitzern und Schaustellern aufgeteilt. Der Oberbürgermeister von München übernahm nun auch eine zentrale Rolle bei der Ausrichtung des Bürgerfestes. So eröffnet er seit 1950 jeweils samstags um Punkt 12 Uhr mit dem Anstich des ersten Bierfasses im Schottenhamelzelt das Fest. Seit 1952 ist der Oberbürgermeister auch beim Einzug der Wiesnwirte beteiligt und während des Trachten- und Schützenzuges fährt er mit einer eigenen Kutsche mit.



Oktoberfest als Marke

Der internationale Bekanntheitsgrad des Münchener Oktoberfestes begann so richtig in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges. Die in den 1950er Jahren initiierte Plakatwerbung weitete sich bis in die USA aus. Den gerade die in Bayern stationierten amerikanischen GIs galten als die größten und begeisterten Besucher des Festes. Das Oktoberfest wurde so immer mehr zu einem Markenzeichen der Stadt München. Mittlerweile werden bis 2.000 weitere "Oktoberfeste" rund um den Globus abgehalten. Zu den größten, mit etwa einer Million Besuchern, zählen jene in der brasilianischen Stadt Blumenau und im kanadischen Kitchener. Die us-amerikanische Version in Frankenmuth im Bundesstaat Michigan kommt jährlich auf 350.000 Gäste.



Negative Schlagzeilen

Den schwärzesten Tag seit seinem Bestehen erlebte das Oktoberfest am 26. September 1980. An diesem Tag zündete der 21-jährige Rechtsextremist Gundolf Köhler am Haupteingang eine Bombe. In Folge der Explosion fanden 12 Menschen den Tod; 215 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Einzeltäterschaft Köhler's wurde in der Nachfolge immer wieder bezweifelt und noch heute sind die näheren Umstände und Hintergründe, die zum Attentat führten, nicht geklärt. Ein Jahr danach errichtete man am Anschlagsort ein Mahnmal, dessen Umfeld im Jahr 2008 nochmals neu gestaltet wurde. Angesichts der islamistischen Terroranschläge in Paris, Nizza und im fränkischen Ansbach des Jahres 2016, wurden auch die Sicherheitskonzepte des Münchener Oktoberfestes verschärft So wurde der Festbereich der Theresienwiese umzäunt und ein "Rucksackverbot" erlassen. Des Weiteren fanden an den Eingangszonen Taschenkontrollen statt. Ob die leicht gesunkene Besucherzahl dieses Jahres mit der erhöhten Terrorwarnstufe etwas zu tun gehabt hat, bleibt fraglich. Denn auch die wetterlichen Bedingungen waren während dieser Zeit nicht gerade optimal.



Ausblick

Trotz der internationalen terroristischen Bedrohungen bleibt das meistbesuchte Volksfest der Welt der eigentliche Markenkern der bayrischen Hauptstadt, aber auch die wichtigste Einnahmequelle des Jahres. Von den insgesamt 1,1 Milliarden Euro, welche die Besucher während der Festzeit in München ausgeben, werden allein rund 340 Millionen Euro auf dem Oktoberfest erwirtschaftet. Auch im Zeichen der Globalisierung ist dieses Volksfest keineswegs obsolet geworden. Das durchschnittliche Festpublikum hat sich in den letzten Jahren deutlich verjüngt und es gehört zum allgemeinen Schick mit Tracht (oder was Mann oder Frau immer dafür hält) das Fest zu besuchen. Und eines ist auch klar: die Hotelpreise werde nicht billiger werden! Und dann sind unsere Gästezimmer München natürlich eine super Lösung: preiswerte und gute Unterkünfte!